Spannender Rachethriller
Unbezahlte Werbung, selbst gekauft! „Yoko“ von Bernhard Aichner ist im August 2024 bei Rowohlt erschienen. Wenige Monate später, im Juli 2025, legte Autor Bernhard Aichner Band zwei, „John“, nach. Ich werde beide Bände einzeln rezensieren, gelesen habe ich sie aber in einem Rutsch.
Meine Stimmung war in den letzten Wochen nicht die beste, deshalb griff ich bei der Wahl, was denn die nächste Lektüre werden sollte, zu einem für mich eher untypischen Genre: dem Thriller. Und was soll ich sagen, ich bekam, was ich bestellte. Der blutige Rache-Thriller von Bernhard Aichner passte sich wunderbar meiner dunklen Stimmung an oder meine Stimmung dem Buch. Das war schon alles sehr blutig, brutal und teilweise verstörend. Eine Content Note oder Triggerwarnung hätte ich nicht schlecht gefunden. Wer hier empfindlich ist, sollte sich erkundigen, ob die Themen passen.
Ich will inhaltlich nicht zu viel verraten. Titelheldin Yoko, lesbische Erzeugerin von Glückskeksen und ehemalige Metzgerin, legt sich aufgrund eines traumatischen Ereignisses mit der chinesischen Mafia an, und alsbald führt eine blutige Spur durch ihre Stadt. Stilistisch-sprachlich ist das von Bernhard Aichner sehr klar und ohne Schnörkel beschrieben. Die Dialoge werden am Ende eines Kapitels mit Gedankenstrichen aufgezählt. Ungewöhnlich, aber gut lesbar – mir hat das gefallen. Auch Yoko als Figur ist außergewöhnlich. Dass sie plötzlich ganz nebenbei Auftragskiller-Instinkte und Fähigkeiten entwickelt, muss man einfach hinnehmen. Ihr persönlicher Antrieb zu den verschiedenen Aktionen, ihre Traumata, konnte ich gut nachvollziehen, sind aber nichts für Weicheier, zu denen ich mich eigentlich zähle. Die Handlung treibt die Leser:innen voran, da sind wenige Zwischenkapitel, die einen mal durchatmen lassen. Ich wollte unbedingt wissen, wie Yoko aus dem ganzen Schlamassel herauskommt. Daher habe ich den gut 300 Seiten starken Thriller in zwei Tagen durchgelesen.
Mit leichten Abzügen in der B-Note durch die unerwartete Wandlung von der Bäckerin zur Killerin kann ich den Thriller „Yoko“ von Bernhard Aichner uneingeschränkt empfehlen. Bitte recherchiert vorher, ob die Inhalte etwas für euch sind.