Düstere Dystopie

Unbezahlte Werbung! Dank an Sinaveria Buchmarketing für das Rezensionsexemplar. Meine Rezension wurde davon unabhängig erstellt. 

Dystopien sind mein Genre. Vor ein paar Wochen habe ich dem Motiv „Postapokalyptisches Ödland“ eine Folge meiner Serie #klischeedienstag gewidmet. Der vorliegende Roman „Der Wald ist wie das Vergessen“ behandelt genau dieses Thema. Die Welt von Protagonistin Blume besteht aus Wald und dem täglichen Überlebenskampf in einer apokalyptischen Umgebung. Beherrscht wird diese von der S-Org, die totalitär und mit Gewalt regiert. Regelmäßig werden von Flugzeugen Flugblätter abgeworfen, die sofort eingesammelt und verbrannt werden müssen. Lesen kann niemand und darf auch niemand. Im Wald finden sich verlassene Orte und Gegenstände, die vermuten lassen, dass es einmal ein zivilisiertes Vorher gab. Die Flugzeuge, die auftauchen, machen deutlich, dass es außerhalb des Waldes noch etwas anderes gibt: die Zone. Bald macht sich Blume auf, um mehr über die Zone herauszufinden. 

Ich hatte zu kämpfen mit dem Buch, der Einstieg in die Lektüre ist mir nur sehr schwer gelungen. Bei Eva Maria Ŝmon gibt es keine Dialoge und kaum Handlung. Alles wird in einem Gedankenstrom der Hauptfigur beschrieben. Die Autorin selbst erklärt ihren Stil im Nachwort wie folgt: „(…) in „Der Wald ist wie das Vergessen“ geht es wie in allen meinen Romanen um Sprache. (…) Manchmal setze ich mich dabei für den Stil über Konventionen hinweg.“

Ich liebe die Sprache ebenfalls, weiß Romane, die das poetisch, fantasievoll umsetzen, sehr zu schätzen. Aber ich bin auch eine Liebhaberin figurengetriebener Geschichten. Gute, farbenfrohe, authentische, echte Figuren zielen auf meine Gefühlsebene, die Sprache eher auf meinen Intellekt. Das Lesen ist mein liebstes Hobby, das ist Gefühl pur. Auch beruflich lese ich, aber das ist Intellekt pur. Wenn beide Welten zusammenfinden, dann ist das großartig, aber meist schlägt das Pendel in die eine oder andere Richtung aus. Dieses Mal leider weg von meiner Komfortzone. Ich bin bis zum Ende nicht warm geworden mit dem Roman, honoriere aber die sprachliche Leistung, die Eva Maria Ŝmon in ihr Werk investiert hat.